Die Parascha Tezawe beginnt mit einer Erörterung über die Vorbereitung und das Anzünden der Menora. Anschließend werden die verschiedenen priesterlichen Gewänder beschrieben, die die Kohanim beim Dienst im Tempel trugen, und zum Schluss geht es um den Bau des Räucheraltars und die Gesetze für die täglichen Räucheropfer.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen diesen drei Ideen? Was ist der rote Faden, der sie zu einer einzigen Parascha verbindet?

Lassen Sie uns zunächst die Natur dieser drei Dinge verstehen:

1. Menora

Das Thema der Menora ist das Licht. Was ist Licht?

Licht ist keine eigenständige Einheit, sondern lediglich eine Ausstrahlung seiner Quelle. Die Quelle, sei es die Sonne oder eine Kerze, ist voller Helligkeit, die automatisch nach außen strahlt und Licht erzeugt. Licht kann nur existieren, weil es eine Quelle hat.

2. Weihrauch und Weihrauchaltar

Die Funktion von Weihrauch ist es, einen Duft zu erzeugen. Was ist die Natur eines Duftes?

Ein Duft funktioniert ähnlich wie Licht. Auch er ist keine eigenständige Einheit, sondern etwas, das von seiner Quelle ausgeht oder aus ihr strömt, und seine Existenz steht stellvertretend für diese Quelle.

Was Licht und Geruch also gemeinsam haben, ist ihre Authentizität. Sie sind getreue Spiegelbilder ihrer Quelle. Wenn Sie morgens nach draußen schauen und Sonnenlicht sehen, wissen Sie, dass die Sonne am Himmel steht. Wenn Sie in die Küche gehen und einen Duft wahrnehmen, wissen Sie, dass etwas gekocht wird oder gekocht wurde, und vielleicht wissen Sie sogar genau, was es ist. Licht und Gerüche lügen nicht.

3. Priestergewänder

Was ist das Wesen von Kleidung?

Auch Kleidung ist nicht ganz und gar eine eigenständige Einheit. Sie ist mit der Person verbunden, die sie trägt, und ist nichts anderes als eine Erweiterung dieser Person.

Aber Kleidung unterscheidet sich stark von Licht und Geruch. Kleidung repräsentiert nicht unbedingt die Person, die sie trägt. Man kann sich als alles Mögliche verkleiden, auch wenn man in Wirklichkeit gar nicht so ist. Kleidung kann auf unechte Weise verwendet werden.

Das tiefgründige Sandwich

Dies ist also die Verbindung zwischen diesen drei Ideen und der Grund, warum sie in der Parascha in dieser Reihenfolge erscheinen – Menora, priesterliche Gewänder und Weihrauch.

Die Tora bettet die Beschreibung der Priestergewänder zwischen den Ideen von Licht und Geruch ein, um eine tiefgründige und wichtige Botschaft zu vermitteln.

Ein Kohen, der G‑tt im Tempel diente, musste sich angemessen kleiden. Er musste sich in einer Weise kleiden, die dem König der Könige angemessen war, mit besonderen Gewändern, die ehrwürdig und schön aussahen.

Aber das allein führte nicht zum Ziel. Der Kohen durfte sich nicht nur äußerlich so kleiden; die Gewänder mussten auch authentisch widerspiegeln, wer er als Person war, schön und ehrwürdig im Inneren. Wie bei Licht und Geruch mussten seine äußeren Eigenschaften seine inneren widerspiegeln.

Das Gleiche gilt auch für uns. Die Gewänder, die G‑tt von uns erwartet, spiegeln wider, wie G‑tt möchte, dass wir als Menschen sind. Es ist sehr wichtig, sich auf jüdische Weise zu kleiden, bescheiden und respektvoll. Aber noch wichtiger ist, dass wir bescheiden und respektvoll sind. Wir müssen authentisch sein in der Art und Weise, wie wir uns präsentieren – nicht nur äußerlich heilig und rein, sondern auch innerlich.