„Und die Jungfrau war von schöner Gestalt und von schöner Erscheinung.“1
Wir wissen, dass Esther schön war, aber wir haben keine visuelle Beschreibung der Merkmale, die König Achaschwerosch, den Herrscher des gesamten Persischen Reiches, so faszinierten. Dennoch können wir aus der reichhaltigen midraschischen und aggadischen Literatur einige faszinierende Details über ihr Aussehen entnehmen.
- Die Natur ihrer Schönheit. Esra erklärt, dass „schöne Gestalt“ bedeutet, dass alle ihre Gesichtszüge perfekt proportioniert waren. 2 Ibn Yachya leitet aus der Redundanz ab, dass nicht nur ihre spezifischen Gesichtszüge schön waren, sondern auch ihre gesamte Ausstrahlung. 3
- Natürliche Schönheit und g-ttliche Gnade? Die Weisen diskutieren diese Frage. 4 Während einige sie zu den vier schönsten Frauen der Geschichte zählen (!), argumentieren andere, dass sie tatsächlich eine gelbliche Hautfarbe hatte. 5 Aus dieser Sicht war ihr Erfolg wirklich ein Wunder: Eine „Schnur g-ttlicher Gnade” begleitete sie und machte sie trotz ihrer physischen Realität unwiderstehlich.6
Ihre gelbliche Hautfarbe leitet sich von ihrem Namen Hadassa ab, was „Myrte“ bedeutet, die ebenfalls eine gelbliche Färbung hat. Andere interpretieren Hadassa als Hinweis auf ihre durchschnittliche Größe, wie ein Myrtenstrauch, der weder groß noch klein ist.7 - Wundersame Anziehungskraft. Die Megillah berichtet uns, dass „Esther Gnade fand in den Augen aller, die sie sahen”.8 Eine Interpretation lautet, dass sie jedem Menschen auf wundersame Weise als eine Landsfrau seines eigenen Landes erschien. 9 Eine andere Interpretation lautet, dass jeder, der sie ansah, sie schön fand, genau wie ein Porträt, das einen aus jedem Blickwinkel anzublicken scheint.10
Die Weisen interpretierten ihren Namen Esther so, dass sie schön wie der Mond (im Vergleich zu Sihara, was auf Aramäisch „Mond” bedeutet) oder wie Venus (im Vergleich zu Ishtar, was auf Akkadisch „Venus” bedeutet) war. 11 - Bescheidenheit. Laut Targum Esther 2:7. war Esther äußerst bescheiden und sah während der gesamten Zeit, in der sie mit Mordechai zusammenlebte, niemals einen anderen Mann als ihn an.
Wie alt war Esther?
Als Esther in den Palast von Achaschwerosch gebracht wurde, war sie mindestens 40 Jahre alt. Und einigen Quellen zufolge war sie sogar bis zu 80 Jahre alt!12 Dies unterstreicht, dass ihr Aussehen ein Geschenk von G‑tt war.
Letztendlich ist Esther ein faszinierendes Rätsel. Sie mag alt gewesen sein oder eine fahle Hautfarbe gehabt haben, doch sie strahlte einen Charme aus, dem niemand widerstehen konnte. Ihre Schönheit war mehr als nur körperlich, sie hatte einen Zweck. Sie war ein g-ttliches Geschenk – ein Schlüssel, der die Türen des persischen Palastes öffnete und es ermöglichte, dass sich G‑ttts verborgener Plan entfalten und ihr Volk retten konnte.
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