Als Rabbi Jonasan Eibeschütz ein Knabe war, wurde er einmal von einer Gruppe Rabauken angepöbelt. Sie schlugen ihn mit Fäusten und Stöcken. Er wusste, dass er wehrlos war; darum benutzte er seine berühmte Klugheit, um sie zu überlisten. Er schrie plötzlich: „Halt! Ich habe ein Geschenk für euch.“ Sofort hörten sie auf und schauten ihn erwartungsvoll an. Er griff in die Tasche und holte zwei kleine Münzen hervor, die er einem der Rüpel mit einem höflichen „Danke“ überreichte. Der überraschte Schläger verlangte eine Erklärung für dieses seltsame Verhalten. „Wir Juden“, sagte Jonasan, „haben einen besonderen Feiertag, an dem wir Angreifern alles Geld geben müssen, das wir haben. Ich hatte nur diese zwei Münzen, daher konnte ich dir nicht mehr geben. Aber wenn du zu dem Bankier Reb Jitzhak gehst, gibt er dir bestimmt Hunderte von Rubeln.“

Der Rüpel war immer noch verdutzt, aber all diese jüdischen Bräuche waren sonderbar. Warum sollte er nicht von diesem neuen, lächerlichen jüdischen Feiertag profitieren? Sogleich ging er zur Prachtvilla des reichen, mächtigen Bankiers und klopfte an die Tür. „Ich will mit dem Hausherrn ein persönliches Anliegen besprechen“, sagte er. Der Bankier kam, und der Rüpel ohrfeigte ihn. Als der Geschäftsmann zu Boden fiel, stürzten sich Diener und Angestellte aus allen Richtungen auf den Kerl, schlugen ihn windelweich und warfen ihn auf die Straße. Von diesem Tag an wurde Jonasan Eibeschütz nie mehr von den Unruhestiftern der Stadt belästigt.